Allgemeines

Der Begriff Stimme (lat. vox, ital. voce, griech. φωνη) bezeichnet in der Musik:eine Folge von nacheinander erklingenden Tönen, die entweder allein (einstimmig) oder im Verbund mit anderen Stimmen (mehrstimmig) ein Musikstück bilden. Der Begriff leitet sich von der menschlichen Stimme ab, da die mehrstimmige Musik zunächst im vokalen Bereich entstand (Siehe auch: Organum).
Im tonalen Kontrapunkt und der Polyphonie haben die Gesetze der Stimmführung eine wichtige Bedeutung. Sie regeln, wie die musikalische Bewegung einer Stimme in Bezug auf die Anderen stattfinden soll und darf, damit der Gesamtklang angenehm zu hören und musikalisch verständlich bleibt. in einem Chor oder Orchester die Gesamtheit der Sängerinnen und/oder Sänger bzw. Instrumentalist(inn)en, die in derselben Stimmgruppe mit gemeinsamer Stimmlage singen beziehungsweise spielen Vocals, die Stimmbesetzung der modernen Musik die handgeschriebenen oder gedruckten Noten einer Einzelstimme. Während der Dirigent eines Orchester aus der Partitur liest, haben die Musiker nur ihre eigene Stimme in den Noten. Hier ist der Begriff aber nicht im strengen einstimmigen Sinn gemeint: Die Klavierstimme eines Klavierkonzerts beispielsweise ist normalerweise vorwiegend mehrstimmig synonym gebraucht für „Orgelregister“, etwa bei „gemischter Stimme“ oder „Grundstimme“.

Detail siehe Wikipedia

 

Partitur

(zu lateinisch partiri: (ein)teilen; italienisch partitura), musikalische Aufzeichnungsweise für eine Komposition mit mehreren Stimmen, in der jede einzelne Stimme oder jedes einzelne Instrument auf einem separaten Notensystem festgehalten ist (siehe Notation). Eine Gesamtpartitur zeigt die Musik für alle Instrumente an; den einzelnen Musikern werden die separaten „Stimmen” gegeben, in denen nur die Musik für ihr Instrument notiert ist. Diese Stimmen werden wiederum in einem einheitlichen Taktsystem untereinander gesetzt. Bis etwa 1225 wurde in Europa die gesamte Musik für mehr als eine Stimme in kompletten Partituren ausgegeben. Der Gebrauch solcher Partituren wurde im 13. Jahrhundert aus Platzgründen aufgegeben. Die früheste gedruckte Partitur für Vokalstimmen war ein Madrigalbuch des flämischen Komponisten Cipriano de Rore (Mitte 16. Jahrhunderts). Die erste gedruckte Orchesterpartitur wurde für das Ballett comique de la reine (1581) des französisch-italienischen Komponisten Balthazar de Beaujoyeux geschrieben. Seit dem 18. Jahrhundert wird im Allgemeinen eine Standardaufteilung des Orchesters in vier Instrumentengruppen verwendet: Holzblasinstrumente, Blechblasinstrumente, Schlagzeug und Streichinstrumente (von oben nach unten). In jeder Gruppe sind die Instrumente nach ihrer Tonlage angeordnet, wobei die höchsten Instrumente an erster Stelle stehen. In Klavierpartituren sind alle Stimmen für das Klavier festgehalten. Seit den fünfziger Jahren gingen viele Komponisten dazu über, „graphische Partituren” zu schreiben, vorzugsweise in der Zufalls- und in der aleatorischen Musik; dazu kam der Gebrauch von nichtmusikalischen Symbolen und Bildern ohne spezifische musikalische Bedeutung.

 

Sopran

(italienisch soprano: oben), die höchste weibliche Gesangsstimme. Der Tonumfang des Soprans umfasst ungefähr zwei Oktaven (c1 bis a2), bei Berufssängerinnen deutlich mehr (a bis c3). Die Stimme lässt sich in den lyrischen Sopran, den dramatischen Sopran, den Koloratursopran und den Mezzosopran einteilen. Beim Koloratursopran handelt es sich um eine äußerst flexible und leichte Stimme, die sich zur virtuosen Interpretation von mit Trillern und Läufen ausgeschmückten Passagen in hohen Lagen eignet. Die natürlichen Knabenstimmen dieser Stimmlage werden ebenfalls als Sopran bezeichnet. Im 18. Jahrhundert gab es männliche Soprane, die vor dem Stimmbruch kastriert wurden, damit sie ihre Knabenstimme bis ins Erwachsenenalter beibehielten. Der Begriff Mezzosopran wird für weibliche Gesangsstimmen verwendet, deren Tonumfang etwa um ein Drittel unterhalb des Soprans liegt. Es handelt sich somit um eine Stimmlage, die zwischen der Sopran- und der Altstimme liegt. Der Begriff Sopran wird auch zur Bezeichnung verschiedener Instrumententypen verwendet, z. B. Sopransaxophon.

 

Tenor

Höchste männliche Gesangsstimme. Der Tonumfang beträgt ungefähr zwei Oktaven (C – a1), bei ausgebildeten Stimmen etwas mehr (A – c2). Man unterscheidet zwischen dem lyrischen Tenor, dem jugendlichen Heldentenor, dem schweren Heldentenor und dem Tenorbuffo. Der lyrische Tenor fordert Schönheit und Glanz in der Stimme. Unter dem Heldentenor versteht man eine dramatische Stimme mit großer Durchschlagskraft, wie sie z. B. in den Opern Richard Wagners gefordert ist. Und beim Tenorbuffo, dem Vertreter des heiteren Faches, wird Helligkeit und Biegsamkeit in der Stimme vorausgesetzt.

Der Begriff Tenor ist eine Ableitung des lateinischen Wortes tenere (halten). In der mehrstimmigen Musik des späten Mittelalters ist der Tenor die den Cantus Firmus tragende bzw. haltende Stimme, zu der im 14. Jahrhundert der Contratenor (englisch Countertenor) hinzutrat.

 

Altstimme

(lateinisch altus: hoch, tief), Stimmlagenbezeichnung für die tiefe Frauenstimme. Der Alt hat einen Umfang von ungefähr zwei Oktaven (a bis f2, bei Berufssängern f bis h2) und besitzt in den unteren Lagen eine charakteristische Fülle. Ursprünglich wurde der Begriff Altus in der Chormusik für die höchste männliche Stimme, den Kontratenor oder männlichen Alt angewendet. In der mittelalterlichen Kirchenmusik waren diese Stimmen nämlich nicht von Frauen besetzt, sondern von falsettierenden Männerstimmen. Heute bezieht sich die Bezeichnung im Allgemeinen auf den Stimmpart einer Komposition, der unter dem Sopran liegt, wobei der oder die Ausführende als Alt bezeichnet wird.

Bei Instrumentenfamilien sind die Altinstrumente (so etwa Altposaune oder Altsaxophon) die zweithöchsten Vertreter; sie sind meist eine Quarte oder eine Quinte tiefer gestimmt als die entsprechenden Sopraninstrumente.

Bass

(Stimme), Stimmlagenbezeichnung für die tiefste männliche Singstimme. Der normale Umfang der Bassstimme beträgt etwa zwei Oktaven (E–d1), bei ausgebildeten Stimmen deutlich mehr.
In der Bühnenpraxis wird unterschieden zwischen Bass-Buffo (italienisch: komischer Bass) und seriösem Bass. Der Bassbariton liegt in der Stimmlage etwas über dem normalen Umfang.

Der Terminus Bass wird darüber hinaus für das tiefste Instrument einer Instrumentenfamilie verwendet, z. B. die Bassklarinette. Es wurden allerdings auch Instrumente entwickelt, deren Umfang noch tiefer reicht, wie die Kontrabassklarinette und die Kontrabassposaune. Bei Streichinstrumenten wird Bass bedeutungsgleich für Kontrabass gebraucht. Mit Bass wird auch die tiefste Stimme in der harmonischen Anlage einer Komposition bezeichnet.